Präventionsarbeit gegen Antiziganismus
Eine spezielle Form des Rassismus stellt Antiziganismus dar. Antiziganismus richtet sich gegen Rom:nja und Siti:zze, Jenische, Fahrende und andere Personen die Ablehnung, Stigmatisierung und Diskriminierung erfahren.
Das tatsächliche Ausmaß antiziganistischer Vorfälle ist bisher sowohl in Schleswig-Holstein als auch bundesweit nicht durch belastbare Daten hinterlegt. Neben der Erfassung strafrechtlich relevanter Vorfälle durch die zuständigen Strafverfolgungsbehörden, ist es bedeutsam auch das Dunkelfeld und Vorfälle unterhalb der Strafbarkeit zu erfassen. Erst dadurch wird es möglich das Phänomen Antiziganismus einzuschätzen und Maßnahmen zur Prävention gegen Antiziganismus und für die Betroffenen passgenau zu erarbeiten.
Um das Phänomen des Antiziganismus fokussierter bearbeiten zu können, wurde im Landesdemokratiezentrum 2023 eine Kontakt- und Fachstelle für Antiziganismusprävention eingerichtet, die seitdem präventive Projekte gegen Antiziganismus und für die Sichtbarmachung der Sinti und Roma in Schleswig-Holstein umsetzt und den Aufbau einer landesweiten Meldestelle zu antiziganistischen Vorfällen koordiniert.
Für Ihre Fragen zum Phänomenbereich oder zur Besprechung von Projektideen steht Ihnen die zuständige Kontakt- und Fachstelle für Antiziganismusprävention sehr gerne zur Verfügung.
Melde- und Informationsstelle Antiziganismus
In Schleswig-Holstein setzen sich die beiden Selbstorganisationen, der Verband deutscher Sinti und Roma e.V. Landesverband Schleswig-Holstein und die Sinti Union Schleswig-Holstein e.V., gemeinsam mit dem LDZ aktiv gegen Antiziganismus ein. Dazu fördert das LDZ seit dem Jahr 2024 die Melde- und Informationsstelle Antiziganismus Schleswig-Holstein (MIA SH). Mia SH dokumentiert anonymisiert antiziganistisch motivierte Vorfälle und wertet diese strukturiert aus.
Das Projekt wird von der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein e. V. und dem Verband deutscher Sinti und Roma e. V. Landesverband Schleswig-Holstein in Kooperation umgesetzt.